Stahlindustrie im Fokus
Wie elektrische Verbindungstechnik von HELU den harten Alltag in der Branche meistert
In der Stahlindustrie herrschen die mitunter härtesten Arbeitsbedingungen weltweit: Glühend heißes Material, Temperaturen bis zu mehreren hundert Grad Celsius, massive mechanische Belastungen sowie Staub, Schmutz und aggressive Chemikalien stellen Mensch und Technik täglich vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig entwickelt sich die Branche rasant weiter – hin zu mehr Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Damit sämtliche Prozesse dauerhaft sicher und effizient ablaufen, braucht es Verbindungslösungen, die zuverlässig funktionieren – auch unter diesen extremen Voraussetzungen. Kabel, Leitungen, Energieführungsketten und Konfektionen von HELU leisten hier einen entscheidenden Beitrag.
Der Weg der Stahlproduktion beginnt in der Regel am Hochofen, wo aus Eisenerz, Koks und verschiedenen Zusatzstoffen Rohstahl entsteht. Hier herrschen extreme Temperaturen, und Maschinen wie Stichlochbohrgeräte oder Schlackekratzer arbeiten direkt in der heißen Zone. Anschließend wird der flüssige Stahl im Stranggussverfahren zu meterlangen massiven Platten, den sogenannten Brammen verarbeitet. Diese werden in Walzwerken zu Blechen, Bändern oder Coils ausgewalzt. Dabei sorgen Walzgerüste dafür, dass das Material kontinuierlich weiterverarbeitet wird – ein hochdynamischer Prozess mit schweren Lasten und starken Vibrationen. Spezielle Coil-Transportanlagen bewegen und sichern die tonnenschweren Stahlblechrollen. Auch Schmiedepressen und -manipulatoren sind typische Anwendungen in der Stahlindustrie.
Extrembedingungen sind Standard
Die Produktionsumgebungen in Stahlwerken sind geprägt von Hitze, Schlacke, Funkenflug, Staub und permanenten mechanischen Belastungen“, beschreibt Karsten Göbel, Sales Manager Solutions bei HELU. „Energieführungsketten, Kabel und Schläuche sind in diesen Bereichen extremen Bedingungen ausgesetzt – etwa auf Anlagen am Hochofen, im Stahlwerk oder im Walzwerk. Die Ketten müssen stellenweise lange Verfahrwege überbrücken, resistent gegen starke Verschmutzung sein und hohe Geschwindigkeiten mit ausgewogenem Abrollverhalten bewältigen. Extreme Temperaturschwankungen sowie korrosive Einflüsse dürfen auch kein Problem darstellen.“ Die Anforderungen an Materialqualität, Konstruktion und Schutzmechanismen sind entsprechend hoch. Denn Ausfälle bedeuten nicht nur einen Reparaturaufwand, sondern in vielen Fällen teure Produktionsstillstände.
Trends: Digitalisierung, Dynamik und Nachhaltigkeit
Mit dem Fortschritt der Stahlbranche in Richtung Industrie 4.0 steigt der Bedarf an intelligenter, sensorisch überwachbarer Verbindungstechnik. Komponenten sollen nicht nur leistungsfähig, sondern auch wartungsarm und langlebig sein. Digitale Monitoring-Lösungen helfen, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und Wartungsintervalle vorausschauend zu planen. „All das führt dazu, dass die elektrische Ausstattung der Maschinen und Anlagen immer umfangreicher wird – das heißt, es werden mehr Leitungen auf gleichem oder sogar kompakterem Bauraum benötigt“, skizziert Göbel.
Gleichzeitig wächst der Druck in Richtung Nachhaltigkeit: Längere Lebenszyklen, recyclingfähige Materialien und energieeffiziente Systeme gewinnen an Bedeutung. Auch die Dynamik in den Anlagen nimmt zu – schnelleres Walzen, automatisierte Coil-Handling-Systeme und hochfrequente Bewegungen verlangen nach Komponenten mit hoher Belastbarkeit und minimalem Verschleiß.
Hochbelastbare Energieführungen
HELU bietet speziell für die Anforderungen der Stahlindustrie entwickelte Produkte. Dazu zählen die robusten Energieführungsketten der Serie HELUCHAIN STEEL LINK 4. Die vierteiligen Ketten sind in Ausführungen aus Stahl, Edelstahl und gehärtetem Stahl erhältlich und arbeiten auch bei extremen Temperaturen und hoher mechanischer Belastung äußerst zuverlässig. „In der Schwerindustrie gilt stellenweise immer noch der Spruch ‚Wer Kunststoff kennt, nimmt Stahl‘“, schmunzelt Göbel. „Diese Annahme ist mittlerweile veraltet, denn in vielen Bereichen haben auch Kunststoffketten ihre Daseinsberechtigung. Es gibt jedoch zahlreiche Fälle, in denen Stahl- Energieführungen eindeutig die robustere und langlebigere Wahl sind.“
In besonders kritischen Anwendungen kommen Kettensysteme wie die HELUCHAIN STEEL LINK 4 GK mit massiven Stahlsegment-Abdeckungen zum Einsatz – zum Beispiel an Stichlochbohrmaschinen, die direkt mit glühender Schlacke in Kontakt kommen. Die Abdeckungen schützen die innenliegenden Kabel und Schläuche deutlich besser als die standardmäßigen Aluminiumabdeckungen. Für Umgebungen, in denen Dreck und Staub eine große Rolle spielen, liefert HELU die Energieführungen mit besonders schmutzresistenten Kettenlaschen.
Leitungen für extreme Temperaturen
Natürlich erfordern die anspruchsvollen Einsatzbedingungen in der Stahlindustrie auch besondere Leitungen. Speziell für diese Zwecke hat HELU die HELUTHERM 400-MULTI-ES entwickelt. Die Steuer- und Anschlussleitung ist mit einem robusten Edelstahlgeflecht ausgestattet, das sie vor aggressiven Medien wie Gießpulver und Flusssäure schützt und mechanisch hoch belastbar macht. Die Hochtemperaturleitung kann dank ihrer Aderisolation aus Glasseidengeflecht mit hitzebeständiger Spezialtränkung bei bis zu 400 Grad Celsius eingesetzt werden – die HELUTHERM 600-ES hält sogar bis zu 600 Grad Celsius stand. „Auf Anfrage können wir darüber hinaus kundenspezifische Sonderlösungen realisieren, die für den Einsatz bei bis zu 1.200 Grad Celsius geeignet sind“, ergänzt Göbel.
Das dazu passende Zubehör gehört bei HELU ebenfalls zum Sortiment und umfasst unter anderem hitzebeständige Kabelschutzschlauchsysteme und Kabelschuhe. „Als Systemanbieter liefern wir zudem konfektionierte Kabel und Leitungen sowie komplette Baugruppen bis hin zu vormontierten und einbaufertigen Energieführungsketten“, betont Karsten Göbel. Die einzelnen Komponenten darin sind perfekt aufeinander abgestimmt und sorgen so für eine hohe Lebensdauer und Betriebssicherheit. „Damit erhalten Anwender für jeden noch so anspruchsvollen Einsatzfall die ideale Lösung.“
Entdecken Sie temperaturbeständige Leitungen
Verbindungen für die Industrie von morgen
Die Anforderungen an elektrische Verbindungstechnik in der Stahlindustrie werden auch in Zukunft weiter steigen. Neben thermischer und mechanischer Belastbarkeit rücken Themen wie Digitalisierung, Modularität und Nachhaltigkeit zunehmend in den Fokus. HELU entwickelt sein Produktportfolio kontinuierlich weiter – mit neuen Materialien, intelligenten Systemen und praxisnahen Lösungen für individuelle Anwendungen.
„Wir liefern keine Standardprodukte, sondern anwendungsorientierte Lösungen, die auch unter Extrembedingungen zuverlässig funktionieren“, fasst Karsten Göbel zusammen. „Gerade in der Stahlindustrie zählt jede Stunde Betriebszeit – und unsere Verbindungstechnik hilft dabei, diese sicherzustellen.“
Diesen und viele weitere spannende Artikel finden Sie auch in der aktuellen Ausgabe #18 unseres Kundenmagazins POWER.